Gegen das Spaghetti-Phänomen beim Content Marketing

Content Marketing kann wie ein Teller voller Spaghetti aussehen. Manchmal geht alles kreuz und quer – und dann kommt auch noch die KI dazwischen. Da hilft nur eines: Struktur, Story und ein Dossier für den Kollegen Roboter.

Autor

Marc Voland

Head of Story
Als Mastermind hinter unserer Story-Methodik ist Marc Voland als strategischer Berater unserer Kunden immer da, wo es den Kern des Unternehmens zu ergründen gilt. Er ist Dozent an der Hochschule der Medien in Suttgart und der W&V Masterclass Content Marketing.
Veröffentlicht:
23.3.2026
Aktualisiert:
17.4.2026

Leiden Sie auch unter dem Spaghetti-Phänomen? Content-Marketing wäre so schön – wenn nicht das hier wäre: Gefühlt 50 unterschiedliche Kanäle wollen durch Corporate Communications gefüllt werden, Inhalte sind über zehn Niederlassungen im In- und Ausland verstreut, es gibt wenig Struktur, dafür viele Abstimmungen und dann noch die Ad-hoc-Anfragen. Sie kennen ihn bestimmt: den Kollegen, der einen Tag vor der Messe auf einer Last-Minute-Pressemeldung besteht. Manchmal geht es kreuz und quer. Wie auf einem Teller voller Nudeln. All dies führt dazu, dass Content nicht strategisch geplant wird, sondern häufig reaktiv und auf Zuruf produziert wird – und dann kommt auch noch die KI ins Spiel.  

Stoppt das Spaghetti-Phänomen beim Content Marketing

Content Marketing kann wie ein Teller voller Spaghetti aussehen. Manchmal geht alles kreuz und quer – und dann kommt auch noch die KI dazwischen. Da hilft nur eines: Struktur, Story und ein Dossier für den Kollegen Roboter.

Konferenzraum. Seit über zwei Stunden - und kein Ende in Sicht. Sie diskutieren mit ihren Kollegen über den anstehenden Themenplan. Natürlich, Ihr Unternehmen hat viel zu erzählen. Über sich, seine Produkte und Themen. So viele Themen es gibt, so viele Business Units oder Stakeholder wollen ein Wörtchen mitreden.  C-Level und Corporate Communications, dazu kommen interne Kommunikation, Marketing und PR. Vielleicht auch Sales und der Afterservice. Alle wollen gesehen und berücksichtigt werden. Manchmal geht es kreuz und quer. Wie auf einem Teller voller Nudeln. Für Sie und alle Content-Verantwortliche heißt es, das Content-Spaghetti-Phänomen in den Griff zu bekommen.
Das wichtigste Besteck bisher? Excel. Verlässlich, bewährt, von allen genutzt. Aber auch unflexibel, schwer zugänglich und noch schwerer zu editieren. Das nächste Tool für die Content-Organisation? Projektmanagement-Software wie Asana oder der MS Planer. Manche Unternehmen überspringen diesen Schritt und greifen gleich zu unternehmensweiten Plattformen wie Scompler oder GatherContent.

Allen Anwendungen gemeinsam: Bevor man Abläufe in einer Software einrichtet, wird ausgemistet. Routinen, Strukturen und Prozesse werden hinterfragt und neu gedacht. Warum weiterhin in Kanälen denken, wenn ein themenzentrierter Ansatz eine integrierte Kommunikation ermöglicht? Warum nicht von Anfang an die Weiterverwertung von Content bereichsübergreifend mitdenken? Warum nicht klare Leitplanken definieren, bevor neue Inhalte entstehen?

Damit diese Tools ihre volle Wirkung entfalten, müssen die Spielregeln für alle Stakeholder klar sein. Dabei hilft es, einige Rahmenbedingungen von Anfang an festzulegen:

  • Wer darf auf welchem Weg Themen anmelden?
  • Wer ist Teil der Redaktionskonferenz?
  • Wer entscheidet über thematische Prioritäten?
  • Wie sieht der Freigabeprozess aus?
  • Wer koordiniert Veröffentlichungstermine?

Strukturen und Prozesse sind freilich die Basis jedes erfolgreichen Content-Marketings. Darauf aufbauend: Inhalte mit Biss. Was bringen die Abläufe, die durchs Unternehmen gleiten, wenn am Ende die Videos nicht geklickt werden, Whitepaper nach den ersten 30 Sekunden zur Seite gelegt werden oder der Podcast fad schmeckt? Was hilft? Storytelling. Wer Geschichten erzählt

  • liefert Kontext
  • zeigt Menschen
  • redet von Problemen  
  • zeigt Lösungen auf  

Und das ist das Master-Prinzip, das jeden Inhalt sofort besser macht: Immer an das Problem des Kunden denken. Das Ziel von Sales und Marketing: sie wollen sichtbar sein und verkaufen. Der Kunde hat ein anderes Interesse. Er sucht nach der Lösung seines Problems. Deshalb scannt er die Beiträge in auf Ihrer Website oder Ihrem Blog (oder lässt die KI danach suchen). Er fragt sich jede zweite Sekunde: Wie bringt mich das, was ich gerade lese oder ansehe, weiter?  
Die Antwort lautet garantiert nicht: „Effizienz. Qualität. Tradition.“ Oder: „Bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt.“ Solche Aussagen sind der Wabbel-Toast der Kommunikation. Leere Kohlenhydrate. Ihre Kunden verdienen echte Themen. Themen, die einerseits sein Fragen beantworten, anderseits in die Gesamtstory des Unternehmens passen.

Und dies ist das nächste Mittel gegen das Content-Spaghetti-Phänomen. Unternehmen brauchen eine übergeordnete Erzählung, ein Narrativ oder eine Kernstory, wie wir es nennen. Nicht pro Produkt. Nicht pro Abteilung. Nicht pro Standort. Sondern für das gesamte Unternehmen. Ein solches Brand Narrativ beantwortet zwei Fragen: Wofür stehen wir? Und: warum sind wir für unser Zielpublikum wichtig?  Sind diese Fragen jenseits von Klischees und Buzzwords beantwortet, dann ist das nächste Level erreicht. Das Content-Marketing folgt dann einer klaren inhaltlichen Strategie.

Wie kommt jetzt KI-erzeugter Inhalt ins Spiel? Indem man die strategischen Themenfelder des Unternehmens mit dem Narrativ verknüpft und für jedes dieser Themenfeld ein Dossier entwickelt. Ein Dossier mit Substanz. Voller Zahlen, Daten und Fakten, Use-Cases, Kundenreferenzen, Experten-Statements, etc. Von Fachleuten recherchiert und strukturiert aufbereitet, liefert ein solches Dossier die perfekte Grundlage für KI-erzeugten Content Mit wenig Ressourcen lassen sich auf diese Weise Inhalte schnell, in Brand, für alle Touchpoints faktisch richtig erstellen lassen, so dass PR, Marketing und Sales immer genügend und den richtigen Content zur Verfügung haben.

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Content hoch zehn. Viele Unternehmen produzieren heute Inhalte am laufenden Band – doch oft fehlt der rote Faden. Was fehlt, ist eine klare Geschichte, die alles verbindet. Genau hier setzt die Kernstory, aka Narrativ an. In diesem Q&A beantworten Marc Oliver Voland, Head of Story bei Storymaker, die wichtigsten Fragen rund um das Thema – und zeigt, warum es zur zentralen Voraussetzung für erfolgreiche Kommunikation und KI-Optimierung geworden ist.

Eine Kernstory (Narrativ) ist die zentrale Geschichte eines Unternehmens, die alle Inhalte, Botschaften und Kanäle verbindet.

Die Kernstory, in anderen Kontexten auch als Narrativ oder Markenessenz bezeichnet, ist die übergeordnete Erzählung eines Unternehmens. Sie beantwortet eine zentrale Frage: Wofür stehen wir – und warum ist das relevant? Wenn man so will: das Narrativ ist die erzählerische Flagge eines Unternehmens. Die Kernstory gibt Orientierung und macht Bedeutung sichtbar. Eine Kernstory transportiert weniger eine Nutzen-Argumentation, sondern spiegelt einen zentralen Wert wider.

Unternehmen stehen häufig vor ähnlichen Herausforderungen: unklare Identität damit verbunden eine inkonsistente Kommunikation, viele Maßnahmen, keine Richtung. Eine klare Kernstory schafft hier Abhilfe. Sie bringt Struktur in Themen, fokussiert die Kommunikation und erhöht die Wirkung im Content-Marketing.

Sehr sogar. Bei AI-Optimierung geht es unter anderem um „Topical Authority", also thematische Führerschaft. Unternehmen müssen über viele Touchpoints hinweg konsistent zu unterschiedlichen Themen sichtbar sein. KI-Systeme wie ChatGPT oder Google bündeln Informationen aus vielen Quellen. Was zählt ist klare inhaltliche Expertise und Widerspruchsfreiheit in den Aussagen. Die Kommunikation braucht deshalb einen klaren Bezugspunkt: die Kernstory. Sie sorgt dafür, dass Inhalte aus einem Guss sind.

Positionierung und Kernstory hängen eng zusammen, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Die Positionierung beschreibt den Platz eines Unternehmens im Markt. Die Kernstory geht einen Schritt weiter. Während die Positionierung die Logik liefert, vermittelt die Kernstory den Sinn.

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Das Leitbild beschreibt in komprimierter Form die grundlegenden Werte, Prinzipien und Ziele eines Unternehmens. Es ist meist normativ formuliert und richtet sich vor allem nach innen: Es soll Orientierung geben und als Grundlage für Entscheidungen dienen. Man kann sagen: Das Leitbild ist die Haltung – die Kernstory ist die Erzählung, die daraus entsteht.

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Ja, sie ist sogar entscheidend. Die Kernstory bildet das Fundament jeder Content-Strategie. Sie sorgt dafür, dass Themen aus unterschiedlichen Business Units, Niederlassungen oder Brands zusammenpassen, Inhalte aufeinander einzahlen und alle Kanäle eine gemeinsame Richtung verfolgen. Unternehmen, die ohne diese Grundlage arbeiten, laufen Gefahr, Inhalte isoliert und reaktiv zu produzieren. Die Kernstory verhindert dieses „Content-Spaghetti"-Problem, indem sie Struktur und Orientierung schafft.

Die Kernstory ist der strategische Rahmen, Storytelling die Umsetzung. Während die Kernstory definiert, was ein Unternehmen erzählt und warum es das tut, beschreibt Storytelling, wie diese Inhalte konkret ausgestaltet werden. Ohne Kernstory fehlt dem Storytelling die Richtung. Ohne Storytelling bleibt die Kernstory unsichtbar. Erst im Zusammenspiel entsteht wirksame Kommunikation.

Eine Kernstory entsteht nicht aus einzelnen Kampagnen oder spontanen Ideen. Sie wird aus der Gründungsidee, der Unternehmensstrategie, der Kompetenz und weiteren im Unternehmen angelegten Faktoren entwickelt. Qualitative Interviews mit ausgewählten Kunden und Mitarbeitenden sowie eine kurze Workshopphase reichen in der Regel, um zum Wesenskern eines Unternehmens vorzudringen. Erfahren Sie, wie Sie in wenigen Schritten eine klare Kernstory entwickeln.

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Marc Voland

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