

50 Mikrometer im Durchmesser. So klein kann der Endgegner einer Millionen-Euro-teuren Maschine sein. Wenn dieses Partikel nicht gefunden wird, wird es richtig teuer!
Was für eine Geschichte! Jeder Film braucht die richtige Dosis an Spannung. Auch im Unternehmensfilm. Und das ist meine Aufgabe als Filmemacherin und Regisseurin: die Story selbst, auch im Kleinen, zu finden.
Experten lieben Fakten. Aber Zahlen und Daten sind nicht alles. Sie müssen in Kontext gesetzt, in eine Story gekleidet werden. Menschen sind nun einmal Story-Animals, und kein Medium eignet sich so gut für‘s Geschichten erzählen wie der Film. Selbst wenn die Stories von CRM-Systemen, Fräsmaschinen oder Messlösungen handeln.
Perspektive, Licht, Bewegung und Bildausschnittsind dabei nur ein paar unserer Möglichkeiten, dem Thema eine eigene, neue Bedeutung zu verleihen. Wir brauchen einen Spannungsbogen, der Dramatik hineinbringt und die Geschichte erlebbar macht.
Übrigens gilt das für aufwändige, teure Produktionen genausowie für den Low-Budget-Film, der mit dem Handy gedreht wird.
Ganz gleich ob Doku, Imagefilm, Referenzstory, ob 30 Sekunden Snippet oder fünfminütiger Produktfilm: Jeder, wirklich jeder Unternehmensfilm gewinnt, wenn er eine Story erzählt.
Nehmen wir zum Beispiel unseren langjährigen Kunden ZEISS IQS, Spezialist für Messlösungen. Für ihn produzieren wir Anwendergeschichtenin Text, Bild und Bewegtbild, und das für eine sehr spezifische Zielgruppe. In der Messtechnik geht es von Natur aus vor allem um nüchterne Zahlen, Daten, Fakten. Der heilige Gral ist die nanometer-genaue Messung! Wie erzählen wir hier eine Story?
Meaning - Die übergeordnete Bedeutung
In unseren Filmen für ZEISS zeigen wir, welche zentrale Bedeutung die präzise Messung für den Qualitätsmanager hat. Oder für seinen Geschäftsführer. Oder für Patienten. Oder für Flugpassagiere. Oder für die Umwelt. Eigentlich für jeden von uns. Plötzlich wird die Tragweite klar.

In dem Fall des ZEISS Anwenderfilms über die Firma Jenbacher, Hersteller von umwelt-freundlichen Gasmotoren für Kraftwerkanlagen. Bitte Ruhe!… Standby! …Kamera läuft… und Action! … Wir zeigen, wie sich das Risiko minimieren lässt, dass winzige Partikel, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei der Fertigung entstehen können, trotzdem in die Kurbelwelle von umweltfreundlichen Gasturbinen eindringen. Sie können den notwendigen Schmierfilm zerreißen und die Kurbelwelle zerkratzen. So kann ein winziger Partikel diesen millionenteuren Motoren sabotieren. Um dieses Problem wird die Story aufgebaut.
Bilder, Bilder, Bilder: Emotionen
Um dem Film eine emotionale Ebene zu verleihen, haben wir neben spektakulären Schüssen der gigantischen Motoren mit eindrucksvoller Drohnenfootage gearbeitet. Mit Bildern des unberührten Achensees, wenige Kilometer von der Motorenfabrik entfernt, nähern wir uns dem Werk. So schlagen wir eine visuelle Brücke zwischen den Jenbacher Motoren und dem Erhalt der Umwelt, für die sich Jenbacher einsetzt. Dabei gilt: Jedes Bild muss auf die Story einzahlen und ihre Aussage visuell ausdrücken. Das Tapezieren von Videos mit beliebiger Bebilderung lenkt von der Botschaft ab und führt zur Überforderung des Zuschauers.
Eine packende Story braucht Schwung und „Bewegung“
In einem weiteren Film für ZEISS IQS mit seinem Anwender GROB sollten mehrere kombinierte Messlösungen von ZEISS vorgestellt werden: Lichtmikroskop, Koordinatenmessmaschine und optische 3D-Messung. Die Challenge: Wie finden wir hier einen roten Faden und schneidern daraus eine Geschichte – idealerweise nahtlos?
Die Lösung: Anstatt jede Technologie einzeln nacheinander abzuhandeln, bewegen wir uns durch den Produktionsprozess des Stators für ein Elektrofahrzeug – unterstützt von der Messtechnik von ZEISS.

So wie Martin Negele, Bereichsleiter bei GROB, durch seinen imposanten Messraum schreitet. Alle in Position…! …Drohne mit Weitwinkelobjektiv … Action! … und cut! – so verfolgt der Film die Entstehung des Stators, vom Rohmaterial bis zur Fertigstellung und von einer Messstation zur nächsten. Es entsteht ein Narrativ, eine Journey, die Story der nahtlosen Qualitätssicherung von ZEISS.
Die große Frage ist natürlich: Eignet sich wirklich jedes Thema für eine Story? Natürlich. Darüber sprechen wir im nächsten Artikel. Dies ist nur ein erster Einblick in unser Instrumentarium zum Storytelling für Unternehmensfilme. Fortsetzung folgt.

Gute Geschichten spiegeln menschliche Bedürfnisse wider. Vier elementare Bedürfnisse des Menschen wurden von Abraham Harold Maslow definiert: Erstens Sicherheit und Stabilität, dann Gemeinschaft und Liebe, drittens Freiheit und Unabhängigkeit und zuletzt Selbstverwirklichung und Entfaltung. Eine oder mehrere dieser Bedürfnisse anzusprechen, erzeugt eine emotionale Verbindung zwischen Darsteller und Zuschauer. Dies setzten wir in unserem Film über Smith & Nephew, ein Anwender der ZEISS Messtechnik, gezielt ein.
Universelle Grundbedürfnisse ansprechen
Intro. Nahaufnahme: Eine Tänzerin am Boden, das Fußgelenk verletzt. Cut. Nahaufnahme. Eine Hand auf der Schulter einer Dame im Rollstuhl. Das bewegt. Cut. Ein Herr am Rollator. Schmerzverzerrter Blick. Wird er jemals wieder ohne Hilfe laufen können? Transition. Diese Menschen sind in ihrer Bewegungsfreiheit elementar eingeschränkt. Ein Drama für jeden, der ähnliches erlebt.

So beginnen wir die Anwenderstory über Smith & Nephew, einem führenden Hersteller für Gelenkersatz – hier Hüft- und Knieprotesten. Die Porosität und Dicke der Beschichtung des Implantats ist entscheidend für das erfolgreiche Einwachsen im Knochen – und damit für Beweglichkeit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung.
Helfer und Heldenreise
Auftritt Zeiss IQS. Das Unternehmen zeigen wir ganz im Sinne einer klassischen Heldenreise als Helfer. Es gibt den Helden bzw. die Heldin – hier die Messtechnikerin, die ein Problem meistert. Es gibt den Helfer – die Messlösungen von ZEISS, die die Herausforderung in den Griff bekommt. Und zuletzt das Ziel, schnelle präzise Ergebnisse zu bekommen. Letztendlich geht es darum, die Beweglichkeit der Patienten wieder herzustellen.

Mithilfe von KI kann die Porosität und Dicke der Beschichtung von Implantaten jetzt 10-mal schneller gemessen werden. So unterstützt die Messtechnik die Qualität der von S&N produzierten Implantaten und damit das Genesen des Patienten. Am Ende des Films schließt sich der Kreis: Die Tänzerin dreht wieder selbstbewusst ihre Pirouette. Der Wanderer erreicht den Gipfel. Die Heldin hat es geschafft. Mithilfe der Messtechnik von ZEISS. Logo. Schwarzblende.
Das war der zweite Artikel Storytelling im Unternehmensfilme. Fortsetzung folgt.
Der Held des Anwenderfilms über der Firma Poggipolini in Italien war ab der ersten Minute am Drehort omnipräsent. Das Familienunternehmen in Bologna fertigt Hightech-Verbindungselemente für die Luftfahrt und den Motorsport und nutzt dafür eine Reihe von ZEISS Messgeräten. Hier geht es um Zuverlässigkeit und hundertprozentige Sicherheit. Diese wird buchstäblich verkörpert von Giacomo Michelini. Fokus pull: vom Gesicht zum Bauteil, zurück zum Gesicht – volle Konzentration und Hingabe. Klasse. And cut!

Giacomo Michelini, der Leiter des Messlabors bei Poggipolini, übernahm am Drehtag selbst die Hauptrolle und ließ es sich nicht nehmen, alle Messungen an vier Maschinen akribisch vorzubereiten und persönlich durchzuführen. Mit großem Verantwortungsbewusstsein, einer unerschütterlichen Hingabe, die jede Szene durchdringt, und einem besonderen Sinn für Präzision, verkörpert er die Rolle des leidenschaftlichen Messtechnikers und wird zum authentischen Protagonisten der Geschichte.
Dabei ist es extrem wichtig, am Drehort eine gute, vertrauensvolle Beziehung mit den Menschen vor Ort aufzubauen. Ihr Selbstbewusstsein vor der Kamera, ihre Begeisterung, dass hier ein Film entsteht, in dem sie sich wiederfinden, ist entscheidend für ihre Performance und damit die Qualität des Films. Ein Dreh ist aufregend und macht alle nervös. Deshalb muss man als Regisseur in der kurzen Zeit, die man am Vorort hat, für Festtagsstimmung sorgen und sich auf die Wünsche, Ängste und Unsicherheiten der Protagonisten sehr gut einstellen.
Auch beim ZEISS Anwenderfilm über Röders Tec wurde es persönlich. Der Besitzer des Familienunternehmens, Jürgen Röders, begleitete uns am gesamten Drehtag – ob in der Fertigung, im Messraum oder Entwicklungslabor. Damit machte er sich quasi selbst zu unserem Protagonisten.

Dieser Film erzählt dadurch mehr als die Erfolgsgeschichte eines innovativen Messsystems. Er erzählt die Geschichte des Unternehmers. Der Film wird zum Porträt eines Firmeninhabers des Familienunternehmens in vierter Generation, und über seine Erfolge, die er sich erarbeitet hat, auch Dank der Messlösungen von ZEISS.
Wie man sich auch im Unternehmensfilm an bewährte Genres anlehnen kann, lesen Sie in der nächsten Folge.
Spannend wurde es im Werkstofflabor SPC. Hier kamen wir beim Vorortbesuch einer ganz anderen Erzählweise auf die Spur. Verschiedene Genres – wie die Komödie, die Horrorstory oder der Abenteuerroman – fesseln den Leser oder Zuschauer auf unterschiedliche Weise: durch Emotionen, Spannung und Überraschungen. Gelegentlich passt das auch zum Unternehmensfilm, um über die Wunder der Technik etwas Begeisterung zu erzeugen. Wie sonst kriegt man Suspense in ein Werkzeuglabor, wenn nicht mit einem Fall, der nach Lösung schreit!

Ich wollte eine Detektivgeschichte erzählen: Wie kommt der markante Riss in die Oberfläche einer Stahl-Ritzelwelle? Unser Held – Sherlock Holmes in Gestalt des Messtechnikers Thomas Schaupp – zieht erste Schlüsse. Doch erst im Verlauf seiner akribischen Ermittlungen in der Schadensanalyse enthüllt er Schritt für Schritt den wahren Übeltäter.
Warum also Story? Weil Stories mitreißen, weil Stories Kontext liefern, weil Stories neugierig machen. Sie kreieren Spannung und erschaffen damit eine emotionale Verbindung zwischen Zuschauer und Marke. Sie erheben den Film über ein Produkt oder eine Dienstleistung aus der Informationsflut, schaffen Assoziationen, generieren Aufmerksamkeit und machen die Botschaft einprägsamer. All das will unser Kunde erreichen.
So kommt Thomas Schaupp mithilfe seiner „Helfer“, einer Reihe von Messlösungen von ZEISS, nach und nach dem Verursacher des Schadens auf die Schliche. Whodunit? Das erfahren Sie hier.



