Was ist los bei den Digital-Unternehmen?

Von:

Theresa Stewart

Veröffentlicht:
16.11.2021

Derzeit müssen Aktionär:innen der beiden Gesellschaften Tencent und Alibaba die Luft anhalten: Die Aktien nähern sich einem Tiefpunkt. Doch die schwachen ersten Handelstage von Didi sind nicht das einzige regulatorische Problem, das Tencent mit einer größeren Beteiligung hat. So kursieren aktuell erneut Berichte, dass die Übernahme des Video-Live-Streaming Dienstes DouYu durch Huya, einem von Tencent mehrheitlich kontrollierten Game-Streaming-Dienst, nicht die nötige Zustimmung der chinesischen Wettbewerbsbehörden bekommen dürfte. Das berichtet das Portal Der Aktionär. Dies wäre ein herber Rückschlag bei der Eroberung des chinesischen Streaming-Marktes.

Was die chinesische Regierung von den Plattformgiganten erwartet

Für Veränderungen bei den Plattform-Anbietern sorgt das neue Data und Cyber Security Law mit Datenschutzregeln, die den europäischen Standards ähneln. In diesem Zuge entstanden auch die sog. "Jimuyu" Webseiten-Kopien auf Baidu durch Unternehmen, die Werbeanzeigen schalten. Durch eine Intensivierung der Kontrolle dieser Webseiten sollen die chinesischen Konsument:innen ausreichend vor Betrug geschützt werden. Die Regierung setzt Datenschutz um und fordert Tencent beispielsweise dazu auf, die Datenschutzbedingungen für seine Nutzer:innen zu verbessern und den neuen Regulatorien anzupassen.
Die Regierung nimmt den Wettbewerb auf dem Digitalmarkt in den Blick: So sind Tencent und Alibaba aufgefordert, externe Anbieter nicht mehr länger durch die Verhinderung von externen Verlinkungen auszuschließen. Klartext: Die Plattformen müssen sich für andere Ökosysteme öffnen. Die Aufmerksamkeit der User:innen kann auf andere Plattformen gelenkt werden. Für Marken kann dies Vorteile bringen: Beispielsweise kann ein Unternehmen von WeChat direkt zum eigenen Tmall-Shop in der Alibaba-Welt verlinken. Das vereinfacht das digitale Marketing und kann eine umsatzsteigernde Wirkung haben.

Branding Möglichkeiten über WeChat bleiben

Der Börsenkurs von Tencent ist eine Sache, der Nutzen der Plattform eine andere. WeChat ist das Kommunikationstool Nummer Eins der chinesischen User:innen - privat wie beruflich. So verzeichnet Tencent in der ersten Jahreshälfte wieder einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr auf 1,25 Mrd. monatlich aktive Nutzer:innen. Die Plattform ist bereits durchgängig im Alltag der Nutzer:innen integriert und das seit Jahren. "Die Möglichkeiten, die WeChat sowohl für B2C als auch B2B Unternehmen im Marketing und Vertrieb bieten, haben inzwischen kaum noch Grenzen", so Theresa Stewart, die das China Geschäft bei Storymaker verantwortet und mehrere Jahre vor Ort gelebt und gearbeitet hat. Das unschlagbare Argument für die Plattform ist das eigene Ökosystem, in dem Unternehmen zahlreiche Funktionen zur Verfügung stehen - vom Firmen Official Account, über Mini-Shops mit integrierter Bezahlfunktion, real-time Kundenservice, Mini Programme für Mitarbeiter Training und nicht zuletzt Livestreaming über WeChat Channels.

Die neuen Verlinkungsmöglichkeiten mögen für Tencent ärgerlich sein, für Brands erhöhen sie die Chance für crossmedial noch breiteres Marketing. Auf diesem Kanal werden wir über Neuheiten berichten.
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Theresa Stewart

Director China
t.stewart@storymaker.de

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