Anan Xu ist im China-Team bei Storymaker Autorin und Projektleiterin. Als ausgebildete und staatlich geprüfte Übersetzerin sowie Dolmetscherin ist es für sie ein Leichtes, die Kommunikation zwischen deutschen und chinesischen Kunden sowie Partnern zu meistern. Dieses Jahr beschloss sie Ende des Jahres in die Heimat nach China zu fliegen – trotz Pandemie. Wie ihre Planung aussieht und wie sie sich vorbereitet, erzählt sie uns hier.

 

Anan begibt sich auf eine Reise nach China – trotz Pandemie.

Fast zwei Jahre ist es nun schon her, dass ich meine Familie und Freunde in China gesehen habe. Auf den Besuch habe ich mich also sehr gefreut – auch Corona sollte mich nicht davon abhalten. Nach einiger Überlegung (und der Feststellung, dass mein Personalausweis abgelaufen war, den ich nur in China erneuern lassen kann), recherchierte ich also nach Flügen.

Die Suche nach dem Weg dorthin
Einen Flug zu finden ist nicht schwer. Das schwerste ist einschätzen zu können, ob dieser Flug dann auch wirklich abhebt. Es gibt zahlreiche Faktoren, die man berücksichtigen muss: Die Auswahl des Zielortes entscheidet darüber, ob man nach der Landung nochmal weiterreisen muss. Dann gibt es unterschiedliche Richtlinien an den verschiedenen Zielorten. Auch die Abflugszeit ist entscheidend – Montage gilt es zu vermeiden, da die meisten Testzentren am Wochenende geschlossen sind. Ohne negativen Test – kein Flug! Zahlreiche Clicks und Recherchen später hatte ich mich dann für einen Direktflug mit Air China nach Shanghai entschieden, der wohl meist planmäßig fliegt. Außerdem würde ich in Shanghai gleich zur Quarantäne bleiben können. In Beijing z.B. wird man nochmal weitergefahren in eine andere Stadt, um die Quarantäne beginnen zu können. Ein paar Mal musste ich mir allerdings schon die Augen reiben als ich sah, dass der Air China Flug nun doppelt so viel kostete als meine Alternative. Zuverlässigkeit ist heute eben teuer.

 

Die Vorbereitung auf die Ankunft
Auch zu meiner Ankunft und den Zuständen vor Ort habe ich viel recherchiert, daher habe ich bereits recht konkrete Vorstellungen von dem, was mich erwarten wird. Bislang konnten die Fluggesellschaften und Behörden schon einiges an Erfahrung mit Einreisenden aus dem Ausland sammeln, daher wird alles sehr strukturiert verlaufen. Mit besonderer Freundlichkeit der Beamten rechne ich vorsichtshalber mal nicht, man stellt eben schon eine „zusätzliche Belastung“ dar.

How to: Zwei Wochen Quarantäne im Hotelzimmer
Etliche von uns wissen, was zwei Wochen Isolation in der Wohnung mit einem anstellen: Langeweile, Einsamkeit, Frust. Zwei Wochen Isolation nur in einem Hotelzimmer ist da schon eine andere Hausnummer. Ich schmiedete also Pläne, um mir die Zeit zu vertreiben und das zu tun, was wir alle gerade versuchen: Das Beste draus zu machen! Um aktiv zu bleiben, wollte ich auf jeden Fall Sport treiben (die Pamela Reif Workout-Videos sind auch schon bei meinen Freunden in China angekommen und super geeignet, um sich mal auszupowern). Außerdem habe ich mir ein Buch ausgesucht, „The Pillars of the Earth“, das ich in der Zeit lesen will. Eine Woche meiner Quarantäne werde ich außerdem aus dem „Quarantäne-Hotel-Homeoffice“ arbeiten. Ansonsten möchte ich die Zeit nutzen, um runterzukommen und etwas Schlaf nachzuholen.

Meine Erwartungen in China
Meine Familie und Freunde freuen sich schon sehr darauf, mich wiederzusehen. Alle möchten mit mir Essen gehen – das ist mir natürlich sehr recht! Ich will auf jeden Fall meine Oma besuchen und ins Kino gehen – da laufen im Dezember einige gute Blockbuster. Wegen meiner langen Quarantäne-Zeit und der vielen Behördentermine für die Erneuerung meines Personalausweises, wird mein Zeitplan eng gestrickt sein. Ich freue mich aber auf jedes bisschen Zeit, die ich in meiner Heimat haben kann.

Maske und Corona-Maßnahmen in China?
Wahrscheinlich regten sich Bedenken in einigen Köpfen, als ich davon sprach, meine Oma besuchen zu wollen, ins Kino und Essen zu gehen. Was in Deutschland gerade undenkbar ist, ist in China wieder bedenkenlos möglich. Meine Freunde erzählten mir bereits, dass sie seit einigen Monaten keine Maske mehr tragen. Ein Freund von mir wird bald seinen zweiten Bubble-Tea Laden in einem neuen Einkaufszentrum im Ort eröffnen. Das Leben dort findet fern von Corona statt. Nicht nur ist China als Land bereits gut durch die Pandemie gekommen – vor allem in meiner kleinen Heimatstadt gab es nie Ausbrüche. Deswegen wird es dort wahrscheinlich eine Ausnahme und in den größeren Städten, wie Shanghai oder Beijing, vermutlich noch etwas anders sein. Eine Freundin gab es allerdings, die sagte, dass sie mich lieber nicht sehen möchte. Sie hat Angst davor, dass ich ihren kleinen Sohn anstecken könnte. Ich verstehe das, denn in Deutschland ist die Situation einfach noch etwas anders als in China.

Ich bin sehr gespannt und freue mich auf Zuhause. Wer wissen will, wie meine Reise tatsächlich gelaufen ist – wie Einreise, Quarantäne, Leben und Auflagen vor Ort waren – der sollte an diesem Kanal dranbleiben.