Unser Webinar „Achtung China! – Acht geben, Achtung bewahren und aktuelle Chancen nutzen“ fand mit rund 40 Teilnehmer statt. Unsere drei Experten von Hoene Consult und Storymaker nahmen sich den Themen Wirtschaft, Messen und digitalen Trends in China an. Für alle, die nicht dabei sein konnten, haben wir die wichtigsten Take Aways einmal gesammelt.

 

Theresa Stewart, Business Unit Director China bei Storymaker und Christoph Hoene von Hoene Consult.

 

Wie steht es um Chinas Wirtschaft?

Wer sich für einen echten Schwaben hält und meint, Geld beisammen halten zu können – der hat China noch nicht gesehen. Christoph Hoene zeigte, dass rund 47% des BIPs bei den Chinesen gespart werden statt massivste Ausgabenpläne umzusetzen. Zwar hat auch Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern die „Spar-Nase“ vorne, liegt jedoch mit gerade einmal 27% Sparanteil deutlich hinter China. Die USA kann einen Anteil von rund 17% vorweisen. Die Tatsache mag nicht spektakulär und ausgetüfftelt sein, doch ist sie einer der Gründe dafür, dass China aktuell in der Krise besser dasteht – die Menschen hatten noch etwas über. Dazu kommt, dass China auch in Sachen Schnelligkeit punkten konnte: „Wir haben seit Monaten keinen Fall mehr in China gesehen – wenn es einen gab, war das ein importierter Fall aus dem Ausland,“ so Stefan Justl, Geschäftsführer der Storymaker China Ltd.

Dieses Szenario erwartet zurzeit Ankommende in China aus dem Ausland – der Bus fährt diese direkt in ein Quarantäne-Hotel.

 

So war es dem Land schnell möglich, selbst Clubs und Bars wieder zu öffnen und das Wirtschaftsleben zurückkehren zu lassen. „Schlussendlich geht China sehr pragmatisch mit solchen Situationen um,“ so Hoene. Damit spielt er auf die schnelle Anpassung an ein digitales Zusammenleben an.

China erholt sich mit Abstand am schnellsten wieder von der Krise und war nie auf dem gleichen Tiefpunkt, wie andere Länder.

 

Gibt es Messen in China und funktionieren diese wirklich?

Nachdem allein bei der Shanghai New International Expo Center (SNIEC) im ersten Halbjahr 40 Messen ausfielen, dürfen seit Ende Juni wieder Messen in China stattfinden. „Diesen fehlt aber natürlich noch der internationale Charakter,“ berichtet Justl, der sich live aus Shanghai dazuschaltete. Während große Messen, wie z.B. die Vision China, wieder gut besucht sind, haben kleinere Messen, wie die Metal + Metallurgy, kämpfen mit geringeren Besucherzahlen. Letztere bußte am Ende rund 30% ihrer erwarteten Aussteller ein. Am Ende ist es wichtig, das Hygienekonzept einhalten zu können, wobei man in China auf viel Verständnis für Präventionsmaßnahmen trifft. Ausschreitungen deswegen gibt es keine. Abzuwarten ist das Konzept zur Durchführung der chinesischen Vorzeigemesse China International Import Expo (CIIE) Anfang November – und ob diese auch ohne internationales Publikum stattfinden wird.

Stefan Justl vor einer Anzeige zur CIIE.

 

Digitale Kommunikationstrends für Unternehmen

„Es hat sich viel getan in der chinesischen Digitalwelt“, so Theresa Stewart, Business Unit Director China bei Storymaker. Vor allem heißt der Trend natürlich gerade Videos. Ob Kurzvideos oder Livestreams – das Format sorgt für ein möglichst natürliches und echtes Erlebnis, selbst wenn solche zeitweise nicht möglich waren. Die Entwicklung hält bis heute an, sodass Videoplattformen wie Douyin, Kuaishou und Bilibili als Gewinner der Krise hervorgehen. Auch WeChat zog nach und launchte dieses Jahr seinen „Channels“ Bereich, auf dem Nutzer und offizielle Konten Videos posten können – dabei kommt der Bereich Douyin sehr nahe. Für B2B Unternehmen zeichnen sich die Plattformen Zhihu (Wissens- und Erfahrungsaustauschplattform) sowie LinkedIn ab. LinkedIn ist die einzige westliche Plattform, die bislang nicht in China gesperrt ist – und gerne genutzt wird!

50 Mio. Nutzer verzeichnet LinkedIn mittlerweile in China. Quelle: Statista.

 

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