Storymaker Gründerin Heidrun Haug erklärt, wie die Corona-Krise das Verhalten der Konsumenten und die Kommunikation verändern wird.

China ist schon lange Vorreiter im digitalen Marketing. Die Allround-Apps WeChat und Alipay lassen sich in Sachen Nutzerzahlen nichts vormachen: Alipay verzeichnet 900 Mio. Nutzer, WeChat sogar über eine Milliarde. Generationenübergreifend kaufen, chatten, bestellen, bezahlen, flirten die Chinesen hier. Die beiden Internetgiganten Alibaba und Tencent haben Ökosysteme aufgebaut, die das tägliche Leben organisieren und mit modernsten Technologien wie Gesichtserkennung und Künstliche Intelligenz experimentieren. Die Corona-Krise hat hier einen weiteren, bereits spürbaren Push gebracht.

Online-Angebote und Flotten an Liefer-Mopeds wurden zu Blutbahnen der täglichen Versorgung. Es wäre nicht China, wenn dabei nicht gleichzeitig Innovationen getestet würden wie Live-Shows und Drohnen oder fahrerlose Autos für die Lieferung. Im Chinesischen besteht das Wort „Krise“ aus zwei Zeichen: Chance und Gefahr. Vielleicht ist dieser Zweiklang der tiefere Grund dafür, dass das Land gestärkt aus der Corona-Zeit hervorgehen wird. Die Corona-Erfahrungen werden das Verhalten chinesischer Konsumenten weiter verändern. Schon berichten Elektronik- und Supermärkte wie Walmart in den „Asia News“, dass die Läden wieder öffnen, aber nur wenige Menschen zum Einkaufen kommen. Die Shopping Malls sind noch wie ausgestorben.

Ein Drittel der Einzelhandelsumsätze kamen bereits vor dem Corona-Ausbruch aus dem Online-Geschäft. In Deutschland liegt die Zahl bei rund 10 Prozent. Während der Ausgangsbeschränkungen mussten auch in weiten Teilen Chinas die Läden und Restaurants geschlossen bleiben. Online wurde zum Rettungsanker: im Bereich der Grundversorgung kletterte der Einzelhandelsumsatz um einige hundert Prozent. Mancher Ladenbesitzer verkaufte online mehr als zuvor offline. „Kontaktloses Einkaufen“ war die Devise, die bei den Konsumenten zog.

Storymaker betreut seit 2007 eine wachsende Zahl deutscher Unternehmen in der China-Kommunikation, seit vier Jahren auch Händler in der Online-Ansprache chinesischer Konsumenten und Touristen. Wir kennen die rasante Dynamik der chinesischen Plattformen und arbeiten eng mit Alibaba, Tencent, Baidu und neuerdings auch CTRIP zusammen. Wir bereiten unsere Kunden jetzt darauf vor, dass die Plattformen eine Vielzahl neuer Funktionen einführen werden. Unsere Kollegen in China haben Ohr und Auge nah am Markt. In der Kolumne „Shanghai Corona Days“ erzählen sie von der beeindruckenden Flexibilität, Disziplin und der ständigen Bereitschaft der chinesischen Gesellschaft zur Disruption. Wie innovativ und reaktionsstark die Anbieter handeln, zeigte sich in der Krise.

Verkäufer von stationären Läden wurden zu Influencern, die im Live Stream ihre Produkte präsentierten – und oft mit Provisionen belohnt wurden. Auf der Video-Plattform Douyin (bei uns bekannt unter TikTok), bei WeChat oder der Handelsplattform Alibaba. Das Kosmetikunternehmen Lin Qingxuan stellte mehr als hundert Schönheitsexperten ein und führte Online-Beratungen durch. Manch ein Ladenverkäufer entpuppte sich dabei als Unterhaltungstalent und führte gleich Kochkurse und Modeberatung ein. Teleshopping statt Netflix und TV. Kurze Clips, begleitet von für alle sichtbarer Chats, könnten der Renner in der Zukunft sein. Das ohnehin in China starke Influencer-Marketing wird wachsen – ob die Preise aufgrund des größeren Angebots fallen oder eher eine breitere Range abbilden werden bleibt abzuwarten.

Alibaba, mit mehr Umsatz als Amazon, vernetzte kurzerhand die chinesische Kaufhausgruppe Intime mit der ebenfalls zu Alibaba gehörenden E-Commerce-Einheit Taobao und gab den Einzelhändlern damit nicht nur eine Verkaufsplattform, sondern unterstützte sie auch kostenlos mit Technik-Tipps und Online-Wissen. Eine Lancôme-Vertriebsmitarbeiterin soll in einem ihrer dreistündigen Livestreams so vielen Kunden gleichzeitig geholfen haben, wie normalerweise in sechs Monaten im Kaufhaus. Intime beschloss bereits, die Live-Shows beizubehalten. Alibaba ist im Unterschied zu Amazon offen für lokale Händler und stärkt so sein Image als Partner und Ökosystem.

Shopbesitzer, die früher vorwiegend stationär ihre Produkte verkauften, eröffnen ihre eigenen Webshops über ihren WeChat Account. Ein Trend, der schon länger auch zu uns übergeschwappt ist, wovon die vermehrten Anfragen nach Webshops zeugen.

Krisen sind Augenöffner. Fraglos wird es post-corona mehr Interesse an China und seinen digitalen Fortschritten geben. Dabei wird man feststellen, dass so manches Klischee beim Betrachten der Fakten zusammenbricht. Wir unterstützen B2C wie B2B Unternehmen dabei, China zu verstehen und Produkte in der chinesischen Plattform-Ökonomie bestmöglich zu platzieren – in Deutschland wie in China.

Unsere Leistungen für Sie:

  • Beratung zu Digital Marketing China für B2C und B2B
  • Workshops: Digitales Marketing und Vertrieb in China
  • Set-up der digitalen Infrastruktur wie WeChat Firmenaccount, Weibo Account und Co
  • Marketing in der Alipay App als auch auf Dianping
  • Marketing auf CTRIP, dem größten Onlinereiseportal Chinas
  • Content Marketing mit chinesischen Texten, lokalisierten Videos und Animationen

Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, um mehr über Digitalmarketing in China zu erfahren.