Wang Li wandert durch die Einkaufsmeile in Shanghai. Immer wieder sieht sie Menschen mit den gleichen Einkaufstüten, kann im Vorbeigehen aber nicht erkennen, von welcher Marke diese sind. Wie selbstverständlich geht ihr erster Griff zum Handy: ab in die App Dianping. Hier werden ihr Stores und Marken aus ihrer Umgebung angezeigt sowie zugehörige Aktionen und Angebote. Sie erkennt schließlich das Logo von den vielen Tüten wieder.

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Mit Unterstützung von Storymaker nutzt Highspeed-Kamera-Hersteller PCO WeChat um seine Zielgruppe in China zu erreichen. Im Interview mit Ludwig Walter, Executive Coordinator, Suzhou PCO Imaging Technology, sprachen wir darüber, wieso WeChat als Informationsquelle viel Vertrauen entgegen gebracht wird.

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Erst vor acht Jahren als Messenger gestartet, hat sich WeChat längst zur wohl wichtigsten digitalen Plattform Chinas weiterentwickelt. Heute bietet WeChat u.a. auch Mobile Payment und eigene Mini-Programme von Unternehmen an. Sven Spöde, Digital Strategist China bei Storymaker, hat ein besonderes Auge dafür, wo WeChat mittlerweile überall im Einsatz ist, und hat auf seiner Reise in China vier Videos für Mobilbranche gedreht: Er zeigt darin, wie Automatenhersteller, Händler, Behörden und Restaurants heute WeChat nutzen.

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Unter chinesischen Touristen finden sich immer mehr Individualreisende, die bereits zuhause recherchieren, was sie im Reiseland wo kaufen wollen.  Im Interview mit W&V, Werben & Verkaufen erklärt Gina Hardebeck, Mitglied unserer Geschäftsleitung, wieso deutsche Unternehmen daher auf WeChat aktiv sein sollten:

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Sie wollten schon immer mal alle Fragen, die Sie zu WeChat haben, direkt an einen Experten stellen können? Die App bietet vielfältige Möglichkeiten zum Marketing in China – sich einen Überblick zu verschaffen ist schwierig. Im Workshop „WeChat: Wie Marketing und E-Commerce ohne Apps und Websites funktioniert“ sind Sie einer von nur 20 Teilnehmern und können alle Ihre Gedanken und Fragen zu WeChat loswerden.

Im Workshop bietet WeChat-Experte Sven Spöde am 14. Mai 2019 in Berlin einen intensiven Tag rund um WeChat.Wie können Marketing- und digitale Geschäftsmodelle in so einer Plattformwelt aussehen? Im Workshop lernen Sie die schöne neue digitale Plattformwelt WeChats kennen und brainstormen, wie sich in so einer Umgebung Geschäftsmodelle und Marketing umsetzen lassen. Der Workshop ist spannend für alle, die entweder Chinesen als Zielgruppe haben oder Spaß daran, eine digitale Zukunftswelt bei uns zu durchleuchten.Der Workshop findet am 14. Mai 2019 von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr statt. Veranstaltungsort ist der Kenicroom in der Linienstraße 130, 10115 Berlin.

Sichern Sie sich ein Early Bird Ticket für 425€ durch eine Anmeldung bis 12. April 2019. Der Teilnahmebeitrag enthält Getränke, Kaffeepausen und einen Mittagsimbiss. Um allen Teilnehmern ein intensives Erlebnis zu bieten, ist die Teilnehmerzahl auf 20 Personen beschränkt – first come, first serve.Die kostenpflichtige Anmeldung für den Workshop erfolgt per E-Mail an Frau Kay Ulrike Treiß, kay@mobilbranche.de. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Treiß oder kontaktieren Sie uns einfach hier über WeChat. 

Sven Spöde von Storymaker ist Referent beim WeChat Workshop

Sven Spöde
Digital Strategist China

 

Sven Spöde ist Digital Strategist China bei Storymaker und berät deutsche Händler und Unternehmen seit vielen Jahren dabei, ihre chinesischen Zielgruppen vor, während und nach einer Reise oder in China selbst zu erreichen.

Schon immer begeistert von anderen Kulturen, nutzte Sven Spöde die Zeit während des Studiums, um in Asien zu reisen, absolvierte ein Auslandssemester in Japan und lebte eine Zeit lang in China. Nach dem Cognitive Science Studium, bei dem er sich mit Themen wie AI, Neuroinformatik und interkultureller Psychologie beschäftigte, wählte er den Weg in die Kommunikationsbranche mit einem Traineeship bei Storymaker. Für mobilbranche.de leitete er in der Vergangenheit bereits zwei Workshops zu WeChat, die Teilnehmer u.a. von Breuninger, Bucherer, Deutsche Post und Lufthansa begeisterten.

Sven Spöde, Digital Strategist China, hat sich die neusten Aussagen von Mark Zuckerberg zur Zukunft von Facebook angeschaut und analysiert in einem Artikel auf mobilebranche.de welche Auswirkungen dies für die verschiedenen Stakeholder von Facebook hat. Da die Vision von Zuckerberg für Facebook der Gegenwart von WeChat entspricht, zeigt er an Anhand von Beispielen aus WeChat auf wie dies bei Facebook aussehen könnte.

Den kompletten Artikel können sie auf mobilebranche.de lesen.

Hangzhou ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang – und Hauptsitz von Alibaba. Wie lebt man in einer Stadt, in der neue digitale Entwicklungen sofort auf der Straße erlebbar werden?

Karina ist unsere neue Praktikantin im Storymaker China Team. Nach einem Jahr Auslandsstudium in Hangzhou ist sie zu uns nach Tübingen gekommen – ein Kulturschock.

„Vergiss Bargeld, nimm dein Handy!“

Diesen Satz habe ich in meinen ersten Wochen in Hangzhou ständig gehört und ihn schnell verinnerlicht. Mit dem Handy hatte ich alles dabei – mein Geld, Kontakt zu Freunden, abgespeicherte IDs, Tickets, Fahrkarten, Kundenkarten, einen Lieferservice für Essen, Portale zum Shoppen, Buchen von Reisen und verschiedenen Veranstaltungen sowie Spieleprogramme, falls man mal wieder in einem Didi (chinesisches Uber) im Stau stecken blieb. „Wurde das Handy da nicht zu einem undurchschaubaren Dschungel an Apps, ständig am Rande der Speicherkapazität“, fragen mich meine Freunde in Deutschland. Nein! Denn um meinen Tagesablauf zu managen, habe ich genau zwei Apps benutzt: WeChat und Alipay. Und um den Handyakku musste man sich auch keinerlei Sorgen machen, denn es gibt so gut wie überall mobile Aufladestationen sowie Powerbanks zur Miete für kleines Geld.

Ein Ausflug mit Didi Screenshot aus der App

Didi Chuxing ist übrigens eine günstige und praktische Alternative zum Bus, Metro oder Elektroroller. Didi gehört zur Alibaba Group und lässt sich als Tool in der Alipay App öffnen. Man legt sein Ziel fest und durch die Standortfreigabe der App weiß der Fahrer, wo man ist. Man bekommt sogar vor Buchung der Fahrt einen groben Kostenvorschlag und eine Angabe, wie lange die Fahrt zurzeit dauert. Auf der Karte sieht man, wie weit der Fahrer entfernt ist und kann diesen anrufen oder eine Nachricht schicken. Nach Beendigung der Fahrt wird das Geld automatisch vom Alipay Konto abgezogen und an den Fahrer übermittelt. Hinterher kann man den Fahrer noch bewerten. Das Beste daran: Tagsüber sind Didis sogar etwas günstiger als Taxis. Die Autos sind schicker und oftmals mit Bluetooth ausgestattet, sodass man – sofern der Fahrer mitmacht – sein Handy mit dem Lautsprecher im Auto verbinden und seine eigene Musik auf der Fahrt hören kann.

„Die Klausureingrenzung habe ich euch auf WeChat geschickt!“

Verwirrt schauten wir neuen Austauschstudenten uns an, während unsere Kommilitonen völlig selbstverständlich ihre Handys herausholten und nickten. Auf einmal brummte mein Handy und als ich draufschaute, sah ich, dass ich zur Kursgruppe hinzugefügt worden war. Unser Dozent hatte seine Präsentation, relevante Seiten aus Lektüren und die besagte Klausureingrenzung als eine PDF Datei zusammengefasst und in einem Gruppenchat mit seinen Studierenden geteilt. Unsere Kommilitonen bedankten sich und bestätigten den Erhalt mit aus unserer Sicht eher unangebrachten GIFs im Chat. An der Uni lief alles über WeChat: Kommunikation, Bekanntgaben und Veröffentlichungen von Materialien. Was sich zunächst unpassend angefühlt hatte, stellte sich als gang und gäbe und, wenn man mal ehrlich ist, viel praktischer als bei uns heraus. Die Uni hat einen offiziellen WeChat Account, den alle Studierenden bei Registrierung abonnieren müssen. In diesem veröffentlicht die Uni Pflichtveranstaltungen und News. Während in Deutschland an der Uni Online Kommunikation auf hohem Niveau abläuft, mit Do‘s und Don’ts und unter strenger Beachtung von Hierarchie und Höflichkeit, schreibt man als Student in Hangzhou dem Dozenten locker auf WeChat und kriegt ab und zu ein lustiges GIF von diesem geschickt. Solche Art von Kommunikation hat in China nichts mit Respektlosigkeit oder unangebrachtem Verhalten zu tun, es ist einfach eine Sache der Praktikabilität. Und deshalb wird es auch im Unialltag oder Arbeitsleben so gehandhabt. So gut wie jeder Laden (oder eben die Uni) besitzt einen Official Account, über den Push-Benachrichtigungen an die Abonnenten verschickt werden können. So wusste man als Student in Hangzhou immer, wenn es bei der Lieblingsmodemarke oder dem Lieblingsnudelladen Angebote gab, die man sich, zusammen mit extra Rabatten von der hinterlegten Kundenkarte, schnappen konnte. Bezahlt hat man dann mit WeChat Pay, eine weitere mobile Bezahlfunktion.

Original WeChat Account der Universitaet ZUST

„Morgen regnet’s, ich bestell‘ mir noch kurz ‘ne Jacke auf Taobao!“

Wenn man in Deutschland etwas im Internet bestellen möchte, ist „kurz“ meist schon mal etwas, das man ausschließen kann. In China ist das Gegenteil angesagt. Ehe man sich‘s versieht ist man schon „Taobao-Shoppaholic“. Das Angebot ist riesig, die Produkte meist gut, das Preisleistungsverhältnis stimmt, die Bezahlung verläuft dank Verknüpfung mit Alipay automatisch und das Wichtigste in China: Es geht rasend schnell! Normalerweise kann man damit rechnen, dass die Bestellung am nächsten Tag ankommt. Taobao gehört zur Alibaba Group und wenn man etwas bestellt hat, kann man in der App selbst oder über Alipay live verfolgen, wo das Paket aktuell ist. Sobald das Paket angekommen ist, zeigt eine detailgenaue Karte in der App den Standort der Packstation inkl. Abholnummer, die man einfach vorzeigen muss – sehr ausländerfreundlich!

Der Weg meiner ersten Bestellung auf Taobao.

Der Weg meiner ersten Bestellung auf Taobao.

„Hast du dein Handy gerade da? Ich hab‘ Hunger!“

Ein weiterer Standard in China: Essen bestellen, das Programm dafür heißt ele.me (chinesisch: 饿了么, deutsch: Auf was hast du Hunger?). Die Wohnheimküche war ehrlichgesagt nicht der gemütlichste und sauberste Ort auf dem Gelände, Essen bestellen in China ist noch dazu nicht teuer und so war auch bei ersten Hungergefühlen der Griff zum Handy schnell routiniert. Auch el.me ist mit Alipay verknüpft und zieht ganz automatisch die Kosten ab. In einer Stadt wie Hangzhou bietet ele.me wirklich alles, worauf man Appetit haben könnte. Es ist normal, dass jedes Restaurant einen Lieferanten hat und ausliefern lässt. Die hektischen Fahrer schreien bei Ankunft dann durchs Handy, wenn sie vor der Tür stehen – charmant!

Eine riesen Auswahl! Auf el.me findet jeder etwas.

„Der Kulturschock bei der Rückkehr ist größer als der bei Ankunft im fremden Land!“

Zurück in Deutschland läuft das Leben schon kurz nach dem Aufstehen anders. Statt an einen Straßenstand zu gehen, mache ich mir hier selbst Frühstück. Ich checke zwar mein Handy nach Social Media und texte meinen Freunden, fotografiere hier und da. Für mehr benutze ich es aber nicht, mein Akku hält bedeutend länger und es tut mir fast leid, dass ich sein Potential so vergeude. Wenn ich aus dem Haus gehe, schnappe ich mir nicht nur mein Handy, sondern eben auch mein großes Portemonnaie mit allen möglichen Karten, Bargeld und Personalausweis.

Von dem Luxus, jeden Tag Essen bequem in der Vorlesung oder vom Bett aus zu bestellen, musste ich in Tübingen ganz schnell wieder Abstand nehmen – zu wenig Auswahl, zu teuer. Hier regiert der Gang zum Supermarkt, in dem man dann lange ansteht, bis jeder Kunde an der Kasse sein Kleingeld zusammengesammelt bzw. überhaupt entschieden hat, wie er zahlt. Online Shopping funktioniert zwar in Deutschland, dauert aber. Man schaut doch eher, wann Busse oder Bahnen fahren, weil ein Taxi immer mit einem Anruf und Wartezeit verbunden ist und zu viel kostet. Man muss wieder einplanen, in bestimmten Situationen genug Bargeld dabei zu haben, weil man eben nicht erwarten kann, dass man überall mit Karte zahlen kann. Die Atmosphäre hier ist: langsam. Persönlicher, ja. Wer einmal in China war, weiß: Deutschland ist wunderschön, aber ein bisschen Digitalisierung von China zu lernen würde definitiv nicht schaden!

Klassentreffen! So fühlte es sich an für viele Besucher der „Marketing2China“ Konferenz in Prag. Viele bekannte Gesichter, Freunde und Partner vereint an einem Ort. Ende Januar waren unsere Kollegen Sven und Patricia vor Ort, konnten anerkannten Experten zu China Marketing Themen lauschen und viele spannende Gespräche führen.

Die Organisatoren um Tomasz Janczak haben es geschafft, viele Stars der China Marketing Szene nach Europa zu bringen. Es war das erste Event mit einer derartigen Vielzahl von Experten in Europa. Hut ab für die gelungene Organisation!

Die Tage waren gefüllt mit einer Vielzahl von packenden Keynotes und Vorträgen, zum Beispiel von Matthew Brennan, dem „Godfather of WeChat Marketing“, Michael Norris von Agency China zu New Retail und Ashley Dudarenok, CEO von Chozan und lebhaften Panels aller Sprecher.

Das neue B in BAT – Bytedance statt Baidu?

Ein wiederkehrendes Thema bei vielen Vortragenden: Der rasante Erfolg des Unternehmens Bytedance in 2018 und die Reaktion der großen Wettbewerber Tencent und Alibaba. Denn mit den Apps Douyin und Jinri Toutiao gewann Bytedance viele Nutzer im Bereich der Kurzvideos und Nachrichten Apps. Douyin zählt zurzeit ungefähr 250 Millionen täglich aktive Nutzer. Obwohl dieses Unternehmen sich von der Größe her noch nicht mit Tencent oder Alibaba messen kann, sollte man es dennoch im Auge behalten. Apps von Bytedance nehmen zurzeit kontinuierlich an Beliebtheit zu. Was genau machen die Apps von Bytedance so erfolgreich? Die Antwort: Künstliche Intelligenz. Nutzer bekommen per KI interessante und für sie relevanten Content vorgeschlagen. Sowohl die lustigen Kurzvideos von Douyin als auch Nachrichtenartikeln in Jinri Toutiao führen letztlich dazu, dass die Nutzer mehr und mehr Zeit in den Bytedance Apps verbringen und damit weniger in den Angeboten vor allem von Tencent. Damit werden die Werbeflächen und Möglichkeiten bei Tencent weniger zugkräftig, während die Werbe-Attraktivität von Douyin und Toutiao stetig steigt. Denn: „Alibaba makes their money from women, Tencent from kids“, so Matthew Brennan.

Für bestimmte Unternehmen kann es sich lohnen auf diesen Apps nun aktiv zu werden, um Awareness zu schaffen. Des Weiteren ist bekannt, dass Bytedance bereits an einem eigenen Messenger arbeitet und mit Duoshan schon die erste Version veröffentlicht hat – und der B2B-Messenger Lark ist bereits im beta-Test und könnte den Platzhirschen Ding Talk (Alibaba) und WeChat for Work im Enterprise Umfeld durchaus gefährlich werden.

Social Commerce: Auch im Internet wird in Gemeinschaft geshoppt

Erhellende Einblicke in neue Konsumententrends lieferte Ashley Dudarenok in ihrem Vortrag „Modern Chinese Consumers: What do they want and how to sell it to them“.

Besonders interessant: der Social Commerce Trend. Die zwei Hauptakteure im Bereich Social Commerce in China sind Xiaohongshu (Little Red Book/RED) und PinDuoDuo. In diesen Apps verschmelzen soziale Medien und E-Commerce. Auf PinDuoDuo bekommen Nutzer ganz besondere Deals, sobald sie für eine Sammelbestellung genug Freunde animiert haben. Bei Xiaohongshu zeigen Nutzer ihre Lieblingsprodukte und geben Empfehlungen. Auch Stars und Influencer tummeln sich hier und zeigen ihre Must-Haves. Genau diese zwei Modelle kommen zurzeit sehr gut in China an – nicht zuletzt, weil sie kulturell den richtigen Nerv treffen: Bei der Produktwahl vertrauen Chinesen den Empfehlungen von Familie und Freunden. Und so stieg Social Commerce von 2017 bis 2018 um 66,7% an.

Jeder spricht davon. Doch was bedeutet „New Retail“?

Ein besonders spannender Beitrag war die Keynote von Michael Norris von Agency China. Michael hat 2018 über 100 Tage in chinesischen Familien und Haushalten verbracht und Zielgruppenforschung betrieben. Sein Vortrag „What is New in New Retail?“ ging auf einige faszinierende Trends in China ein:

1. Produktentwicklung

Traditionell stellen viele Unternehmen im stillen Kämmerchen ihre Produkte her und suchen dann nach einem geeigneten Vertriebsort. Zum Schluss wird sich um das Marketing für das Produkt gekümmert. Eine neue Erkenntnis ist: Zwar haben sich die Kernelemente der Wertschöpfungskette, wie zum Beispiel Produktion, Lieferant oder Kunde, durch die Digitalisierung nicht verändert, sie dürfen jedoch nicht mehr in einer starren Reihenfolge gesehen werden.

Ein Fallbeispiel hierzu von Mars:

TMalls Development Center entdeckte bei chinesischen Konsumenten eine starke Korrelation zwischen Konsumenten, die gerne Schokolade und scharfe Snacks kaufen. In Zusammenarbeit mit Snickers wurde ein scharfer Erdnuss-Schokoladenriegel entwickelt. Dieser wurde dann zuerst in kleinen Mengen online verkauft, um die Reaktionen der Konsumenten zu testen. Nach Einführung des Produkts erwirtschaftete Mars mit dem scharfen Schokoriegel in 8 Monaten einen Absatz von 9 Millionen RMB.

Die komplette Wertschöpfungskette wird also durch die Digitalisierung transparenter und Kunden werden viel früher in Prozesse involviert.

„New Retail“ bedeutet im weiteren Sinne die digitale Transformation des Einzelhandels und lässt sich mit den folgenden Aussagen beschreiben:

  • Die Pioniere von „New Retail“ sind große Internet und Tech Unternehmen.
  • „New Retail“ ist eine Antwort auf die Verlangsamung des E-Commerce Wachstumes.
  • Ziel von „New Retail“ ist es Umsätze mit weniger Kosten zu steigern
  • „New Retail“ bringt das Denken und Modelle des online Markts in den traditionellen Einzelhandel.
  • Neue Daten und Technologien verändern die Liefer- und Wertschöpfungsketten.

2. User Acquisition Costs

Was steckt hinter dieser „Revolution“ bzw. der Digitalisierung des Handels in China? Ganz einfach: Effizienz und Kostendruck im Online-Handel. Laut Michael sind die Zeiten des günstigen starken Wachstums im Online-Handel vorbei. Es ist mittlerweile günstiger für die großen E-Commerce Player wie JD.com und Alibaba neue Kunden wieder in der echten Welt zu gewinnen. So sind laut Michael die User Acquisition Costs von TMall mittlerweile bei über 360 RMB angelangt. Der Trend in die echte Welt zu gehen, hat also zumindest derzeit weniger mit Innovation zu tun, sondern ist sehr kostengetrieben. Das Ziel der E-Commerce Player ist dabei aber natürlich, auch in der echten Welt die aus dem E-Commerce bekannten User-/Kundendaten zu erhalten um per Profiling gezielte Werbung und Kaufanreize zu setzen.

Aber: Laut Michael sind wir noch in Phase 1 bzw. 2 von New Retail und so richtig spannend wird es erst in Phase 3. Laut ihm besteht Phase 1 vor alles aus der Digitalisierung des Handels und Phase 2 aus einer Optimierung der Supply Chain durch neue Daten und Datenvorhersagemodellen, die durch die Digitalisierung aus Phase 1 möglich sind. In Phase 3 hingegen wird New Retail die Art, wie wir kaufen und verkaufen grundlegend transformieren – auf noch unvorstellbare Arten und Weisen.

“Experiential Marketing” und “Brands around Content”

Ein weiterer Trend, der sich durch viele Präsentationen zog, war die zunehmende Bedeutung von Content im Marketing in China. „Mehr und mehr Marken entwickeln sich von Werbetreibenden zu Content-Maschinen“, so Elijah Whaley, CMO von ParkLu in seinem Vortrag, der hier etwa Nike China als Beispiel nannte. Bisher vor allem bekannt über spektakuläre, aufmerksamkeitsstarke Kampagnen, ändert Nike derzeit das Modell in China hin zu Brand Building durch Content. Ein wichtiger Bestandteil: Markenbotschafter / KOL als Content-Produzenten, nicht mehr als „Litfaßsäule“ und Foto-Modelle.

Ein weiterer Aspekt hiervon: Den eigenen Kunden und Fans Erlebnisse bieten, so dass diese ebenfalls Content produzieren und für die eigene Firma und Marke kommunizieren. Dies sei vor allem im Tourismus-Marketing eine lohnenswerte Option, um schnell und effektiv Content an die richtigen Touchpoints im chinesischen Social Web zu bekommen.

Das war eine Überraschung Ende des Jahres 2018: Kurz vor Weihnachten erschien erst für iOS und nun auch für Android: WeChat 7.0 – das erste .0-Update seit vier Jahren!

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