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Lesen Sie diesen Storyletterartikel auch unter http://www.storymaker.de/storyletter/2009_01_storyletter.html "Kommunikation braucht Unmittelbarkeit" <a target="_blank" href="http://www.storymaker.de/filme/nadia_zaboura.html"></a> Face-to-Face Kommunikation fördert das Verständnis, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura. Warum also nicht in das <a target="_blank" href="http://www.storymaker.de/filme/nadia_zaboura.html" style="color: #89d300; text-decoration: underline;">Video</a> hineinschauen? Hier veranschaulicht Nadia Zaboura die Theorie der Spiegelneurone. Gegenseitiges Begreifen ist essenziell für erfolgreiche Kommunikation. Deshalb sind Spiegelneurone im Gehirn die physiologische Grundlage des menschlichen Austauschs - da ist sich Nadia Zaboura sicher. Die Kommunikationswissenschaftlerin unterhielt sich mit Björn Eichstädt, Geschäftsführer von Storymaker, über Nervenzellen, intersubjektive Räume und die Vorteile videobasierter Kommunikation. Was sind Spiegelneurone? Spiegelneurone sind ganz spezielle Nervenzellen im motorischen Areal des Gehirns.Das Besondere: Sie werden nicht nur aktiv, wenn man eine Bewegung selbst ausführt, sondern auch, wenn man lediglich eine andere Person dabei beobachtet, wie diese die gleiche, zielgerichtete Handlung tätigt. Diese Entdeckung ist absolut bahnbrechend für das bisherige Verständnis von Empathie, Kommunikation und auch für das Werbeverständnis. Und was haben diese Spiegelneurone konkret mit Kommunikation zu tun? Spiegelneurone sind zunächst einmal dafür da, sich in einen anderen hineinversetzen zu können, indem die gesehene Handlung eines anderen nachvollzogen werden kann. Ich bekomme so ein unmittelbares Gespür dafür, was der andere gerade beabsichtigt, was seine Intention ist. Die Spiegelneurone feuern vor allem dann sehr stark, wenn die Aktion des anderen "zielgerichtet" ist. Diese Nervenzellen haben somit viel mit dem Verständnis für andere zu tun, für deren Beweggründe, die durch die Spiegelneuronenaktivität in der Basis erkannt werden. So kann ich also Bewegungen vorausahnen. Aber funktioniert das auch bei Gedankengängen? Dafür bilden die Spiegelneurone eine bedeutende Grundlage. Diese Zellen tun etwas, das sehr wichtig, aber auch sehr basal ist: Sie sind die Grundvoraussetzung dafür, gemeinsam in einen intersubjektiven Raum einzutreten, in eine gemeinsame Erlebniswelt. Das ist aber wirklich nur die Basis für Kommunikation, nicht die Kommunikation selbst, die ja einen symbolischen Austausch innerhalb dieses intersubjektiven Raums darstellt. Allerdings ist seit 2006 bekannt, dass es auch auditive Spiegelneurone gibt; es existieren also auch Auswirkungen auf gesprochene Sprache. Vielleicht sind die Spiegelneurone sogar ein Erklärungsbaustein für das, was uns zum Menschen macht, nämlich die menschliche Sprachfähigkeit an sich. Denn es ist möglich, dass sich eine Sprache erst aufgrund der Zielgerichtetheit von Bewegungen und Geräuschen entwickeln konnte. Dass der Sprache möglicherweise die Geste voraus ging, ist eine gängige Hypothese in der linguistischen Sprachursprungsforschung. Geschriebene Botschaften, wie sie beispielsweise via E-mail aus der Geschäftswelt nicht wegzudenken sind, sprechen aber keine Spiegelneurone an, oder? Die E-Mail spricht die Spiegelneurone nicht direkt an und kann deshalb ganz eindeutig nur eine Ergänzung zur klassischen Face-to-Face-Kommunikation sein. Es ist für funktionierende Kommunikation zwingend notwendig, dass man sich in den direkten Kontakt mit Menschen begibt. Mediale Vermittlung ist ein notwendiges Vehikel. Aber die stärkste Aktivität der vermittelnden Neuronen lässt sich genau dann verzeichnen, wenn Menschen sich wirklich und wahrhaftig gegenüber sitzen. <a target="_blank" href="http://www.zeit.de/2008/21/Klein-Mitgef-hl-21" style="color: #89d300; text-decoration: underline;">Kommunikation braucht Unmittelbarkeit</a>. Da die Spiegelneurone ganz am Anfang der "Empathiekette" stehen: "Fühlt" oder "denkt" man sich in den anderen hinein? Das baut direkt aufeinander auf. Am Anfang stehen die Spiegelneurone. Indem ich subbewusst automatisch miterlebe, was jemand anderes tut, habe ich unmittelbar einen ersten Eindruck von dem, was der andere erreichen möchte. Aber auf einer semiotischen, also auf einer symbolischen Zeichenebene kann man sich natürlich in einen anderen hineindenken, das bleibt davon unberührt und erfolgt als weiterer Schritt. In diesem Schritt lässt sich dann bewusst überlegen und abwägen, was das Gegenüber tut, ob sich dies mit dem sozialen Kontext deckt - oder man kann darüber sinnieren, ob man ganz anders gehandelt hätte. Was passiert im Detail, wenn die Spiegelneurone etwas "sehen"? Es gibt inzwischen eine Disziplin, die sogenannte Neurodidaktik. Motorische Abläufe bestimmter Sportarten werden hier beispielsweise visualisiert. Nehmen Sie einen Turmspringer, der komplexe Bewegungsabläufe umzusetzen hat. Wenn sich der Turmspringer ein Video anschaut, indem der Sprung in Perfektion abgebildet ist, kann er diesen durch die Fähigkeiten der Spiegelneurone intern nachvollziehen und damit auch "üben" - dies geschieht sozusagen "offline", ohne dass der Sportler selbst eine einzige Bewegung macht. Wer Videos dieser Bewegungsabläufe regelmäßig ansieht, wird den Sprung später signifikant besser ausführen.Visuelle Vermittlung ist also sehr effizient. Das ist ein starkes Argument für die videobasierte Vermittlung von Inhalten, die motorische Aspekte, etwa Hand- oder Körperbewegungen beinhalten. Webcasts und Videocasts sage ich deshalb eine große Zukunft voraus. Was kann ein Kommunikationsexperte für seine tägliche Arbeit aus dem Wissen über Spiegelneurone lernen? Pauschalisieren kann man natürlich nicht. Aber beispielsweise sollten Werber die Produkte, die "benutzt" werden auch in dieser Benutzung darstellen. Beispielsweise macht Coca Cola im spiegelneuronalen Sinne alles richtig, wenn das Unternehmen Werbung verwendet, in der getrunken wird. Hier werden die Spiegelneurone direkt angesprochen, die Handlung des Trinkens nachvollzogen. Noch prägnanter, wenn man eine Silhouette zeigt und keinen konkreten Menschen. Wie gut diese Art der Werbung funktioniert, hat ja auch unlängst Applemit der ersten iPod-Kampagne bewiesen. Zielgerichtetes und konkretes Verhalten zu zeigen ist wichtig. Buzzwords sind also für die Kommunikation zum Zielpublikum weniger wirkungsvoll als die ganz konkrete Anwendung und das Erleben? Ja, das ahnen wir ja auch schon lange. Aber die Spiegelneurone sind der neurowissenschaftliche Nachweis dafür, dass das auch tatsächlich besser funktionieren muss. Abstrakte Dinge erfolgreich zu vermarkten funktioniert genau darüber, dass man sie erleb- und erfahrbar macht, um ein reales unmittelbares Verständnis, eine Einfühlung für das Produkt und seinen Gebrauch, seinen konkreten Nutzen zu generieren.Gute Buzzwords on top sind natürlich ein passgenauer Verstärker. Nadia Zaboura, 29, ist Kommunikationswissenschaftlerin und Germanistin. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt der interdisziplinären Forschung und Verbindung von Geistes- und Naturwissenschaften sowie der Wissenssoziologie, Kulturtheorie und Philosophie des Geistes. Ende 2008 veröffentlichte Nadia Zaboura das Buch"Das empathische Gehirn", das sich der interdisziplinären Betrachtung des Phänomens der Spiegelneurone widmet. Seit 2007 arbeitet sie als Projektmanagerin im Schnittfeld IT, Social Software und Kreativwirtschaft bei der <a target="_blank" href="http://www.mfg.de/medienentwicklung" style="color: #89d300; text-decoration: underline;">MFG Baden-Württemberg mbH</a>, der Innovationsagentur für IT und Medien in Stuttgart. Mehr zum Thema Spiegelneurone schreibt Nadia Zaboura ab sofort auf dem Blog zu ihrem Buch unter <a target="_blank" href="http://www.das-empathische-gehirn.de" style="color: #89d300; text-decoration: underline;">www.das-empathische-gehirn.de</a>. <a name="anker_gewinnspiel"></a> Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, der traditionsreichen und inhabergeführten süddeutschen Buchhandlung <a target="_blank" href="http://www.osiander.de" style="color: #89d300; text-decoration: underline;">Osiander</a>, verlosen wir ein Exemplar des Buches DAS EMPHATISCHE GEHIRN. Wer ein Exemplar gewinnen möchte, der sendet eine E-mail mit dem Betreff "Spiegelneurone" an <a target="_blank" href="mailto:info@storymaker.de" style="color: #89d300; text-decoration: underline;">info@storymaker.de</a>. Viel Glück! Text und Fotos: Björn Eichstädt, Geschäftsführer, Storymaker Video: Jens Huerkamp, Account Manager Audiovisuelle Medien, Storymaker
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